#077 700 Milliarden Euro jährlich: Was Fehlzeiten und Präsentismus wirklich kosten.

Shownotes

Wie kann es sein, dass wir jedes Jahr 700 Milliarden Euro einfach so verlieren, weil wir nicht richtig hinschauen? Und was bedeutet eigentlich Präsentismus für dich und dein Unternehmen?

In dieser Folge nehmen wir dich mit auf eine Reise unter die Oberfläche der klassischen Personalkennzahlen. Gemeinsam entdecken wir, dass die wahren Kostentreiber und Risiken für Unternehmen oft unsichtbar bleiben und welche Rolle du als Unternehmer oder Führungskraft dabei spielst.

Wir sprechen offen über eindrucksvolle Zahlen: Wusstest du, dass allein durch Arbeitsunfähigkeit jedes Jahr 227 Milliarden Euro verloren gehen? Und das ist nur die Spitze des Eisbergs!

Von Präsentismus über innere Kündigung bis zu teuren Vakanzzeiten. Wir zeigen dir, wie sehr diese versteckten Kosten dich und dein Unternehmen wirklich treffen können. Dabei liefern wir dir nicht nur harte Fakten, sondern auch Impulse, was du jetzt konkret tun kannst.

Die 3 Key-Takeaways:

  1. Das Eisberg-Prinzip der Personalkosten: Du siehst nur die Spitze? Dann entgehen dir die wirklich großen Risiken. Denn unter der Wasserlinie schlummern Billionenverluste.
  2. Präsentismus, der unsichtbare Produktivitätsfresser: Deine Mitarbeitenden sind zwar da, aber nicht wirklich präsent? Wir zeigen, warum das ein dramatisch unterschätztes Problem ist.
  3. Human Performance als echter Wettbewerbsvorteil: Du glaubst noch an klassische Benefits? Dann bist du auf dem Holzweg. Kultur, Führung und gezieltes Messen machen den entscheidenden Unterschied.

Links zu uns:

Gesundheit und Leistung im Fokus. Für deinen nachhaltigen Unternehmenserfolg: https://www.spexa.de Mit spexa den Business Health Index (BHI®) deines Unternehmens ermitteln: https://www.spexa.de/so-funktioniert-es/business-health-index/so-funktionierts-1

Vernetze dich mit uns auf LinkedIn:

Wolfgang Köning: https://www.linkedin.com/in/wolfgang-koening-spexa Marc Sommer: https://www.linkedin.com/in/marc-sommer-6026891a1/

Deutsche Quellen

  • BAuA: Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit 2024
  • Gallup Engagement Index Deutschland 2025 (Maerz 2026)
  • IW Köln: Lohnfortzahlung 2024
  • Statistisches Bundesamt: BIP Deutschland 2025 (4.470 Mrd. Euro)
  • EY Mittelstandsbarometer 2025
  • Bundesagentur für Arbeit: Vakanzzeiten 2025

Internationale Quellen

  • BITC/McKinsey Health Institute: Prioritise People - Unlock the Value of a Thriving Workforce (April 2023)
  • Gallup Q12 Meta-Analysis (10th Edition)
  • AXA Health: Cost of Inaction Model
  • University of Oxford Wellbeing Research Centre

Kernzahlen dieser Folge

  • BIP Deutschland 2025: 4.470 Mrd. Euro
  • Hidden Costs (konservativ): 550-750 Mrd. Euro (12-17% BIP)
  • Hidden Costs (realistisch): 700-1.000 Mrd. Euro (16-22% BIP)
  • Kosten pro Mitarbeiter: 12.000-22.000 Euro
  • Präsentismus : Absentismus = bis zu 7 : 1
  • Emotionale Bindung: nur 10% der Beschäftigten
  • Innere Kündigung: 13% der Beschäftigten
  • 60% der Wellbeing-Varianz durch Führungskultur (nicht durch BGM-Programme)

Transkript anzeigen

00:00:05: Hallo und herzlich willkommen zur siebenundsiebzigsten Episode unseres Podcast Endlich Montag.

00:00:10: Dem Podcast, in dem wir versuchen werden den näher zu bringen was das Geheimnis gesunder und erfolgreicher Unternehmen ist.

00:00:17: Ja mein Name ist Wolfgang König und heute begrüße ich wieder meinen Kompagnon Mark Sommer.

00:00:22: hallo mark.

00:00:24: ja heute steigen wir direkt mit einer zahl ein die mich auch einfach nicht mehr loslässt.

00:00:29: wenn du so anfängst dann wird es teuer würde

00:00:30: ich sagen.

00:00:31: Teuer ist das richtige Stichwort, also setz dich mal ruhig hin natürlich bildlich gesprochen.

00:00:36: Die Zahl lautet siebenhundert Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland.

00:00:42: Siebenhundert Milliarden?

00:00:44: Ja richtig wert!

00:00:44: Also sieben hundert Milliarden.

00:00:46: Das sind die versteckten Kosten durch mangelnde Mitarbeitergesundheit und Produktivität, also Präsentismus, Innerkündigung, Fluktuation, Fehlzeiten, das ganze Programm.

00:00:58: Lass mich mal kurz rechnen.

00:00:59: Also das deutsche BIP lag ja für zweizig-fünfundzwanzig bei rund vierkommar, naja, vierenhalb Billionen Euro, ne?

00:01:08: Das heißt wir reden hier von...

00:01:10: Ja!

00:01:10: Sechzehn Prozent unserer gesamten Wirtschaftsleistung oder anders gesagt jeder sechste Euro den wir theoretischer Wirtschaften könnten geht uns durch die Lappen und zwar nicht wegen hoher Energiepreise oder neuer Zölle sondern weil Menschen nicht so arbeiten oder arbeiten können oder wollen, wie sie eigentlich könnten.

00:01:31: Ich beschäftige mich ja jetzt schon seit Jahren mit Unternehmensführung aber diese Größenordnung also wenn das stimmt dann können wir doch wirklich nicht mehr über irgendein HR-Thema reden.

00:01:41: Also wir reden über das wirtschaftlich politische Thema schlechthin.

00:01:46: Also von der Dimension mit Sicherheit gerade wenn es darum geht in Deutschland wieder den Aufschuh zu generieren.

00:01:52: Ja, und das ist natürlich verrückt.

00:01:54: Die meisten Unternehmen haben überhaupt keine Ahnung wie es bei ihnen aussieht, wie groß ihr eigenes Stück sozusagen vor diesem Kuchen ist.

00:02:02: Sie sehen die Spitze des Eisbergs erklärt man gleich aber auch nicht was darunter liegt.

00:02:07: Okay ja dann lassen wir heute etwas tiefer tauchen gehen.

00:02:11: Gut also fangen wir einfach mal mit dem an was Unternehmen tatsächlich sehen wo die meisten das sind die klassischen Krankheitskosten.

00:02:18: Das ist der einfache Teil Also die Bundesanstalt für Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin.

00:02:22: Die Bauer errechnet uns das jedes Jahr ja vor.

00:02:25: Und im Jahr hat wir in Deutschland einen Brutto-Wertschöpfungsausfall von zweihundertundzwanzig Milliarden Euro durch Arbeitsunfähigkeit.

00:02:34: Ja?

00:02:35: Also genau genommen fast neunhundert Millionen Fehltage insgesamt.

00:02:39: Das sind im Schnitt zwanzig, also zwanzichkomm acht Tage pro Arbeitnehmer.

00:02:44: Das kann natürlich jeder Personal am Schlaf runterrechnen.

00:02:46: Krankenpote mal Personalkosten fertig!

00:02:49: Ja, genau.

00:02:50: Deshalb sich ja auch viele Unternehmen ganz gut informiert fühlen nicht wahr?

00:02:54: Sie haben ihre Krankenstatistik sie sehen die Lohnfortzahlung in der GUV übrigens zweiundachtzig Milliarden Euro Die deutsche Arbeitgeber jährlich dafür aufwenden und denken dann okay das ist unser Problem dass managen wir.

00:03:08: Aber das ist eben nur ein Bruchteil.

00:03:11: Genau es ist wirklich nur einen Bruchteil.

00:03:13: also bildig Spannungsstelle mal vor du bist Kapitän eines Schiffes Beobachtest nur was über der Wasserlinie liegt.

00:03:20: Du siehst ein paar Eisberge, du weichst aus alles gut aber unter Wasser.

00:03:26: Ja das größte was unter Wasser liegt Das ist das was wir oder was man allgemein Präsentismus nennt und ich sage bewusst das größste weil die aktuellen Zahlen hier unglaublich erschreckend sind.

00:03:37: ja präsentismus wir haben ja schon das eine oder andere mal in unserem podcast darüber gesprochen.

00:03:41: vielleicht nochmal zur Erklärung.

00:03:42: ein paar Worte dazu.

00:03:43: Ja,

00:03:44: gerne.

00:03:45: Das ist wenn Menschen physisch anwesend sind aber mental oder körperlich aus den unterschiedlichen Gründen nicht voll leistungsfähig oder leistusbereit.

00:03:56: Es kann eine Erkältung sein oder Rückenschmerzen, kann Depressionen sein, Stress, Schlafmangel oder vielleicht auch private Sorgen oder auch das was im Allgemeinen unter innerer Kündigung versteht.

00:04:07: und sehr interessant dass McKinsey Health Institute hat zusammen mit BITC Business and Community von Prinz Charles gegründet und dem Oxford-Institut, eine Studie oder Analyse gemacht in der UK.

00:04:20: Die zeigt in jeder Arbeitsstunde ein paar Formenmitarbeiter im Schnitt acht Minuten unter ihrer baseline Produktivität.

00:04:29: Allein wegen, wie die das allgemein genannt haben, wegen mangelndem Wohlbefinden so summierend.

00:04:35: Ja, acht Minuten klingt ja erstmal nicht viel pro Stunde.

00:04:38: Das sind dreizehn Prozent immerhin.

00:04:40: also das ist schon was.

00:04:42: Ja, und jetzt kommt der Hammer.

00:04:43: Die gleiche Studie hat berechnet dann letztendlich das Verhältnis zwischen den Absentismuskosten also Krankheitskosten und den Präsentismuskosten bei etwa eins zu vier bis bis sieben liegt

00:04:57: ja?

00:04:58: Und genau diese Berechnung ein bis eins zu sieben.

00:05:01: Das heißt für jeden Euro den uns Fehl Tage kosten

00:05:06: Unsere Präsentismus, Produktivitätsverluste mindestens vier wenn ich glaube es zu sieben Euro.

00:05:11: In Deutschland reden wir mit den Berechnungen hier über dreieinhalbfünfzig bis vierhundert Milliarden jährlich.

00:05:19: Das ist mehr als der gesamte Bundeshaushalt für Arbeit und Soziales zusammen.

00:05:25: Die gleichen Zahlen wurden übrigens auch in Stanford ermittelt.

00:05:29: Stanford die sind dort führend in der Wissenschaft in der Forschung des Themaspräsentismus Und kam immer noch, kommen eben auch zu dem Ergebnis Faktor.

00:05:37: Vier bis sieben Mal Absentismuskosten.

00:05:41: Ja und das ist diese sogenannte Black Boxe von der du immer sprichst die kein Unternehmen sieht?

00:05:46: Ja richtig!

00:05:47: Ich hatte vor ein paar Wochen ein Gespräch mit einem Personalverstand eines DAX-Unternehmens also groß über fünfzigtausend Mitarbeiter.

00:05:54: Der konnte mir seine Krankenquote auf zwei die mit Dezimalstellen genau nennen.

00:05:59: Dann habe ich ihn nach seinem Präsentismus Index gefragt Ja, nämlich angeguckt wie ein Reh im Scheinwerferlichte.

00:06:06: Und genau das ist ja das Problem.

00:06:08: Also wir verlassen uns auf Zahlen von gestern was ja Fehlzeiten sind nichts anderes und teilweise Jahr zurückliegen während sich unter der Oberfläche eine ganz neue Dynamik entwickelt hat.

00:06:19: also ich habe mal zur Vorbereitung in unsere Daten geschaut die wir ja mit dem BAI in den letzten Jahren erhoben haben.

00:06:27: Und wenn wir uns die Entwicklung der letzten Jahre anschauen, und wir haben uns die Datenentwicklung ja ganz genau angesehen.

00:06:33: Dann sehen wir dazu noch einen sehr gefährlichen Trend nämlich Der Präsentismus ist nicht nur hoch sondern er hat sich auch massiv verfestigt.

00:06:42: also Früher dachten wir das war so ein saisonales Phänomen Erkältungswelt im November vielleicht oder andere Dinge die dann mal auftauchen und dann wieder abgeschwache.

00:06:52: Nein aber unsere Daten zeigen nämlich die Ausschläge nach unten werden immer seltener.

00:06:57: Das heißt, die Menschen kommen heute nicht mehr nur trotz einer Krankheit zur Arbeit sie arbeiten permanent in einem Zustand.

00:07:04: Ein Zustand reduzierter Belastbarkeit würde ich mal sagen.

00:07:08: besonders erschreckend in unseren Auswertungen der letzten zwei Jahre ist der Anstieg beim sogenannten psychischen Präsentismus wenn wir ihn so nennen.

00:07:15: also die Leute sind körperlich zwar gesund sitzen am Schreibtisch aber die kognitive Belastung also durch die ständige Erreichbarkeit und den Transformationstrecken etc.

00:07:25: Wir sehen das ja auch in vielen, der Druck ist so hoch dass die effektive Leistung über Monate hinweg zwanzig bis dreißig Prozent unter dem normalwertlich.

00:07:36: Und wir sehen dann in den Zeitrein unsere Analysen ganz deutlich.

00:07:40: Vielleicht noch das als Letztes.

00:07:41: Wenn Unternehmen hier nicht gegensteuern, dann wird aus dem heutigen Präsentismus der Absentismus von morgen, also die Fehlzeiten vom Morgen und zwar mit Ansage es müssen wir einfach sagen.

00:07:53: Naja und wenn man mal ehrlich sind, dann schauen wir ja eigentlich auf eine tickende Zeitbombe und die werden durch das reine betrachten Zählen von Krankheitstagen überhaupt nicht entschärfen können weil wir sie gar nicht sehen?

00:08:05: Ja ganz genau!

00:08:07: Ja.

00:08:07: und so jetzt würde ich mal nochmal ein bisschen meinen betriebswirtschaftlichen Senf dazu geben, denn es gibt ja noch einen Phänomen das im Präsentismus mindestens auch genauso unsichtbar ist.

00:08:18: Nämlich dass angesprochen am Anfang die innere Kündigung.

00:08:21: Gallup-Zahlen?

00:08:23: Ja Gallup zahlen kann man immer schnell dann dazunehmen nur vielleicht ganz schnell werden diese Zahlen ja auch schon öfter mal genannt kennen die meisten auch sicherlich der Engagement Index Deutschland.

00:08:33: zwanzig fünfzwanzig erschienen im März diesen Jahres.

00:08:37: Die Ergebnisse sind, sagen wir mal, ernüchternd.

00:08:40: Nur zehn Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber.

00:08:46: Zehn Prozent!

00:08:47: Und der Rest?

00:08:49: Ja also sieben-sebzig Prozent machen Dienst nach Vorschrift – Sie erfüllen ihre Pflicht aber dann auch nicht mehr.

00:08:56: und achtzehnt... dreizehn Prozent haben innerlich gekündigt.

00:09:01: Also die sind nicht nur unmotiviert, sie sind aktiv komplett disengaged, würde ich mal sagen.

00:09:07: Und wie Gallup das auch nennt?

00:09:08: Die Bremsen sogar die anderen aus!

00:09:11: Ja und wir werden schauen was das in Zahlen bedeutet.

00:09:14: So Gallup rechnet das auf Hundert neunzehn bis hundert zweinvierzig Milliarden Euro volkswirtschaftlichen Schaden pro Jahr.

00:09:24: Allein durch innere Kündigung.

00:09:27: Und da ist ja noch ein Zusammenhang, den ich spannend finde.

00:09:30: Die die innerlich gekündigten sind ja auch häufiger krank

00:09:34: also überrascht.

00:09:36: Ja Also Gallop hat gemessen Mitarbeiter mit hoher emotionaler Bindung fehlen im Schnitt fünf Komma sechs Tage im Jahr und innerlich Gekündigte Neun Komma sieben Tage

00:09:46: Das ist ja annähernd das doppelte fast also drei Fünf Sieb Prozent mehr Fehltage.

00:09:54: Dann haben wir noch das Fluktuationskarussell.

00:09:57: Deutschland hat aktuell eine Flukturationsrate von rund dreiunddreißig Prozent,

00:10:02: d.h.,

00:10:03: statistisch gesehen wechselt jeder Dritte Mitarbeiter pro Jahr seinen Job.

00:10:08: Das müssen Sie mir vorstellen!

00:10:09: Was kostet uns das?

00:10:11: Also da ist je nach Studie rechnet man mit sechs bis neun Monatsgehältern pro Fluktuation ... Und wenn man alles einrechnet, dann sind das Trennungskosten, Recruiting, Einarbeitung, Produktivitätsverlust während dieser Lernkurve die dann ja auch immer ist.

00:10:29: Wenn neue dazukommen und für eine durchschnittliche Position sind das locker.

00:10:33: Dreiundvierzig bis Fünfzigtausend Euro.

00:10:36: Verführungskräfte oder AET-Spezialisten soweit da sind es auch schnell mal das doppelte bis dreifache

00:10:41: Naja und dann stehen die Stellen hier auch erstmal leer.

00:10:44: Auf jeden Fall, also die durchschnittliche Vakanzzeit in Deutschland liegt ungefähr bei hundert und achtzig Tagen.

00:10:51: Also ein halbes Jahr!

00:10:53: In der Altenpflege übrigens sind das sogar zweieinundsechsundneunzeig Tage statistisch.

00:10:57: Und das sagen ja nicht wir, dass ist.

00:10:58: die Bundesagentur für Arbeit schätzt die durchsschnittlichen Vakanskosten auf neunundzwanzigtausend Euro pro Stelle – bei kritischen Positionen eben deutlich mehr.

00:11:09: Deckt sich ein bisschen das mit dem, was auch das INY Mittelstandsparometer mal hochgerechnet hat.

00:11:14: Nämlich dass der deutschen Mittelständler über fünfzig Milliarden Euro pro Jahr verlieren nur durch unbesetzte Stellen?

00:11:22: Ja und was viele eben nicht sehen, das hängt da alles zusammen.

00:11:26: also wer innerlich gekündigt hat, der geht irgendwann noch physisch.

00:11:31: Und wer sich im Präsentismus befindet, also ständig sich hinschleppt, vor sich hin arbeitet.

00:11:38: Auch die Lust verliert, der verliert die Bindung.

00:11:40: und wer ausbrennt, der fällt auch erst vielleicht aus aber dann kündigt er auch.

00:11:46: Es ist ein System und keine Sammlung von irgendwelchen Einzelproblemen.

00:11:51: das muss ganz deutlich mal vielleicht auch noch einmal gesagt werden.

00:11:54: Dann lass uns das mal zusammenfassen.

00:11:56: Lass uns gerade mal ... wir machen das alles auf einen Blick zu bringen okay?

00:12:01: Also die großen Kostenblöcke jährlich in Deutschland.

00:12:05: Erstens der Brutto-Wertschöpfungsausfall durch Arbeitsunfähigkeit, haben wir gesagt, dass es rund zweihundertundzwanzig Milliarden Euro Bauerzahlen gibt.

00:12:14: Zweitens Lohnfortzahlungen durch den Arbeitgeber sind ca.

00:12:17: zweiundachtzig Milliarden Euro, übrigens iwi Köln durchs.

00:12:21: Drittens das Thema innere Königung sind da bei Hundertneinzen bis hundertzwanziv Milliarden Euro ist hier egal ob.

00:12:27: Viertens in Summe übergreiften Präsentismus- und Produktivitätsverlust.

00:12:32: Geschätzt konservativ, dreieinhalbfünfzig bis vierhundert Milliarden Euro.

00:12:36: Und dann haben wir noch fünften Zwakanzkosten über fünfzig Milliarden Euro im Mittelstand allein.

00:12:42: Ja das überschneidet sich natürlich teilweise.

00:12:44: aber selbst konservativ gerechnet kommen wir auf fünfhundfünfzig bis siebenhundertfünfzehn Milliarden.

00:12:50: also realistisch sind wir bei den sieben hundert Milliarden die ich eingangs an die Wand geworfen habe.

00:12:57: ja Jetzt habe ich noch mal kurz mitgeskribbelt.

00:12:59: Das sind ca.

00:13:01: zwölf bis zweiundzwanzig Prozent, nachdem wie wir jetzt

00:13:05: ... Wenn man das schlitt, sagen wir mal fünfzehn-sechzehnt Prozent?

00:13:07: Genau!

00:13:08: Da sehen

00:13:09: wir das mal.

00:13:10: Also fünfzehnte Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

00:13:13: Also das muss man ja nochmal sagen, ne?

00:13:15: Weil es klingt ja eigentlich absurd oder?

00:13:17: Bis zu einem Fünftel unserer Wirtschaftsleistung.

00:13:21: Vielleicht sitzen sechs.

00:13:22: Ja und wenn wir das jetzt einmal auf ein einzelnes Unternehmen runterrechnen... Typische Mittelständler, sagen wir mal.

00:13:29: Fünfhundert Mitarbeiter.

00:13:31: Ja genau das muss man machen.

00:13:32: also fünfhundert Mitarbeitern Mal zwanzig Fehltage mal dreihundert Euro Das sind ungefähr schon mal drei Millionen Euro.

00:13:41: Gut jetzt kommen plus dazu, wenn man konservativ sagt dreieinhalbzig dreizig Prozent Präsentismus drauf Da sind etwa nochmal neunhunderttausend Euro.

00:13:52: Dann innere Kündigung wären sixty-fünf Mitarbeiter bei dreizehn Prozent, nehmen wir das mal an.

00:13:59: Mit mehr Fehltagen und Minderleistung

00:14:02: etc.,

00:14:03: sind es ungefähr vierhunderttausend Euro.

00:14:06: Ja, das Thema Fluktuation, wenn wir den Durchschnittswert nehmen, dreiunddreißig Prozent, hundertsechzehnte Mitarbeiter, mal die Obenereiche in fünfzigtausende Euro, da sind wir bei über acht Millionen Euro.

00:14:18: noch Bakanzkosten, die wir gerade nochmal genannt hatten.

00:14:21: Für die grade kritischen Stellen auch sind nochmal roundabout dreihunderttausend Euro.

00:14:26: Ja und das macht zusammen?

00:14:28: Ja bei mir steht etwas mehr als zwölf Millionen Euro pro Jahr für ein Unternehmen mit fünfhundert Mitarbeitern.

00:14:37: also das sind mehr als vierundzwanzig ja vornzwanzichtausend Euro pro Mitarbeiter an versteckten Kosten, die er heute keiner sieht.

00:14:48: Die meisten Geschäfte würden ja sagen, dass ihr HR-Budget bei einmal fünftausend Euro pro Mitarbeiter liegt für Recruiting, für Weiterbildung, Benefits alles zusammen.

00:14:59: Das ist das Budget aber eben nicht die Kosten!

00:15:03: Also wenn es so ist...so hören wir das ja oft.

00:15:07: So lesen wir das.

00:15:08: dann heißt das, dass die versteckten Kosten fünfmal so hoch sind wie das was bewusst investiert wird Und wir wissen, dass es oft ja sogar weniger ist.

00:15:16: Vielleicht ein kleiner Hinweis an dieser Stelle?

00:15:18: Also jedes Unternehmen kann das mittlerweile messen wenn es will.

00:15:24: Ich will jetzt hier keinen Werbeblock einschieben also lasst mir das mal und weiter im Programm.

00:15:29: Du meinst den BRG Business Health Index?

00:15:31: Das ist richtig!

00:15:32: Wenn man das weiß dann sieht man natürlich deutlich

00:15:35: mehr.

00:15:37: Dann lass uns doch mal dem Bogen... Abschließend noch zur aktuellen gesamtwirtschaftlichen Lage schlagen.

00:15:42: Also Deutschland hat ja gerade oder hat zwei Rezessionsjahre hinter sich, das BIP-P, ist gerade mal um Nullkomma zwei Prozent gewachsen.

00:15:53: Industrie kämpft Standort Deutschland wird international sehr kritisch gesehen.

00:15:59: Überall wird Bürokratie über Energiekosten geredet und Fachkräftemangel wird diskutiert etc.

00:16:07: Und das sind auch alles reale Probleme.

00:16:10: Aber was irgendwann so etwas frustrierend daran ist, da reden natürlich ständig über Dinge die wir oder die Unternehmer kaum beeinflussen können.

00:16:20: Ob es Geopolitik ist, globale Märkte, Energiepreise oder Trumps Zoll-Tieraden und dabei ignorieren wir einen Hebel der eigentlich komplett in unserer eigenen Hand liegt?

00:16:32: Ja ich würde die Human Performance sozusagen sagen

00:16:36: Ja das ist, ich würde es genauso formulieren.

00:16:38: Wir haben in Deutschland, nehmen wir mal ein Bild, wo wir haben eine Leistungskraft die gefesselt ist.

00:16:44: Wie ist da?

00:16:45: In den Köpfen und Körpern unserer forty-mio Erwerbs tätigen Aber sie wird nicht voll entfesselt.

00:16:53: Was glaubst du, woran liegt's?

00:16:54: Das wollen wir uns auf die falsche Dinge konzentrieren oder?

00:16:57: Also ich denke Über Jahre war es der Gengi meins zu sagen, eine Obstkopptie, ein Juggerkurs da

00:17:05: etc.,

00:17:06: alles was man so machen kann.

00:17:08: Gesundheitsförderung das wird das schon richten aber die BITC-Studie hatte einen entscheidenden Pfund.

00:17:14: Sechzig Prozent der Varianz bei psychischen Gesundheitsergebnissen auf Arbeitsplatz werden durch den einzigen Faktor erklärt.

00:17:22: Die Abwesenheit von toxischem Arbeitsplatzverhalten

00:17:25: also nicht durch Wellnessprogramme

00:17:27: Ja, die erklären gerade mal drei Prozent.

00:17:31: Joghurtkurse mit Intensions-Apps ist das nicht, aber es ist ein bisschen wie Aspirin gegen einen Knochenbruch.

00:17:39: Das echte Problem liegt woanders in dem was man oft so erweichere Faktoren zeigt.

00:17:45: Unternehmenskultur, Führerskultur und Arbeitsorganisationen, psychologischen Sicherheit diese Themen die schwieriger zu greifen sind und bisher ja noch nicht gemessen wurden.

00:17:55: Ja, da sind wir jetzt beim Thema das, ich sag mal in Deutschland überwiegend praktizierte BGM.

00:18:01: Ich meine nicht das richtige BGM sondern das überwiegend praktizierte BGM also dass ja eigentlich dann leider oft nur Symptomekämpfung ist.

00:18:08: Also die Gesundheitsförderung größtenteils ja klar!

00:18:11: Das ist eher ein Benefits es signalisiert guten Willnis Arbeitgebers.

00:18:17: aber wenn wir ehrlich sind erst verändert nicht die Grunddynamik.

00:18:21: und wenn dort Beispiels auf das Thema toxisches Vorgesetzter,

00:18:27: z.B.,

00:18:27: den man darunter leidet.

00:18:28: Dann hilft ihm auch der achte Achtsamkeitskurs nicht im Mitarbeiter?

00:18:33: Ja

00:18:34: also du würdest auch sagen da brauchen wir ein echtes ja vielleicht radikales Umdenken oder?

00:18:41: Ja radikal ist es richtig geworden.

00:18:43: ich meine bei den Zahlen die da sind fällt mir auch nichts anderes ein.

00:18:47: und eigentlich muss man weg vom betrieblichen Gesundheitsmanagement zu einem Human Performance Management, ein Leistungsmanagement nicht indem er Leistung noch mehr buscht sondern die Rahmenbedingungen für Leistung also Leistung ermöglicht eigentlich ja und leistungskraft wieder freisetzt.

00:19:07: Und dafür brauchen wir?

00:19:08: Ja Daten, Datenparteins.

00:19:11: Das ist der erste oder wichtigste Schritt.

00:19:13: du kannst nichts verbessern was du nicht messen kannst.

00:19:17: und so lange Präsentismus Engagement und Produktivität bei den meisten Unternehmen Blackbox sind, solange operieren diese Unternehmen natürlich eher im Blünflug.

00:19:28: Und im schlimmsten Falle geben sie noch viel Geld aus und investierten Millionen, aber diese eher verbrennen ohne das zu merken.

00:19:36: Zum Abschluss Mark, lass uns mal einen Versuch wagen.

00:19:39: Lass uns mal fünf Jahre in die Zukunft schauen!

00:19:42: Also ... Wir schreiben das Jahr ... Könnte ja zwei Szenarien geben, also ein positives und negatives.

00:19:53: Also was könnte da passiert sein?

00:19:55: Ich geb dir mal die beiden.

00:19:58: Wo mitfangen wir

00:20:01: an?

00:20:01: Lass mal mit dem Negativen anfangen dann haben wir etwas, wovon für uns noch freuen können.

00:20:05: Also gut.

00:20:05: Szenario A weiter so.

00:20:09: Es ist im Jahr two-thaus-neu-dreißig und Deutschland hat dieses Thema, was wir da angesprochen haben, Thema wie wir es genannt haben Human Performance weiter breit ignoriert.

00:20:18: Krankbrote steigt auch weiterhin, auf sagen wir mal, für nur zwanzig Tage pro Kopf.

00:20:23: Der demografische Wandel schlägt voll zu und hat voll zugeschlagen.

00:20:27: Und die der Präsentismusraten sind natürlich eher explodiert weil die verbleibende Arbeitskräfte sich umso mehr dann reinhängen kaputt schuften und in ihre Kündigung.

00:20:37: liegt er bei zwanzich Prozent weil auch Talente mehr und mehr in andere Länder oder in die Selbstständigkeit gegangen sind, ja.

00:20:45: Und dann verfressen die versteckten Kosten mittlerweile über ... Ja, zwanzig überwürdig ging es noch mal.

00:20:50: Vierundzwanzig Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

00:20:53: Und damit ist Deutschland im internationalen Produktivitätsvergleich weiter abgerutscht.

00:20:59: Und in der Politik wird weiter fleißig über Bürokratieabbau

00:21:01: diskutiert.".

00:21:03: Das klingt sehr deprimierend aber... Leider auch sehr realistisch.

00:21:12: Ja, es ist der Vater der geringsten Veränderung und deshalb leider wie oft im Leben eher der Wahrscheinlichste werden.

00:21:19: halt nichts passiert.

00:21:21: So, das wollen wir ja nicht.

00:21:23: Was wäre dann das, ich sage mal das positive Szenario?

00:21:27: Nö nehmt was immer extrem vor langem.

00:21:29: Es gibt eine große Wende damit.

00:21:31: und dann haben wir jetzt In leuchten Unternehmen ist klar geworden, dass das Human Performance kein Soft Thema ist.

00:21:38: Sondern mit ihr wichtigster Wettbewerbsvorteil.

00:21:42: Engagement Präsentismus Produktivität werden genauso selbstverständlich gemessen wie Umsatz Betriebsergebnisse ähnliches und Führungskräfte werden stärker auch noch danach bewertet wie ihre Teams performen und zwar perform nicht nur finanziell sondern auch Ja, mit dem Leistungsvermögen menschliche Bezug auf ihr Potenzial.

00:22:04: Und dann sind die versteckten Kosten, sagen wir mal um dreißig Prozent gesunken.

00:22:08: das entspricht einem Wertschirfs-Gewinn von über zweieinhalb Milliarden Euro in Deutschland.

00:22:14: Deutschland ist wieder ein Magnet für Talente weil der Arbeit nicht nur bezahlt oder gut bezahlt wird sondern auch erfüllend ist.

00:22:23: Und natürlich der Montag, der ist tatsächlich für viele der beste Tag der Woche geworden.

00:22:28: Sagen wir doch!

00:22:30: Allerdings klingt das für viele leider noch zu schön um wahrzusehen würde ich sagen.

00:22:34: Na ja klar und es klingt vor allem auch nach ordentlicher Arbeit aber und das die gute Nachricht nach machbarer Arbeit.

00:22:43: Die BITC-Studie sagt das und auch unsere Analysten sagen dass ja selbst wenn wir nur zwanzig Prozent dieses Potentials heben Hätte das substanzielle Auswirkung auf unsere Wirtschaftskraft, auf das Bruttoinlandsprodukt.

00:22:56: Und das ist keine Revolution!

00:22:58: Das ist eigentlich eher konsequente operative Execution.

00:23:03: Wenn ich mir einen Szenario wünschen könnte würden sich wahrscheinlich viele wünscht und dann wüssten wir welches.

00:23:08: Das jetzt die Frage wie erreichen wir denn das Szenarium?

00:23:14: Wo liegt der Unterschied?

00:23:16: Ich denke da liegt in den Entscheidungen Wirklich Führungskräfte, Geschäftsführungen und Vorstellungen heute treffen.

00:23:25: Messen Sie oder raten sie?

00:23:27: Oder wie ein großer skandinavischer Möbelhersteller sagen würde, misst du schon oder fühlst du noch?

00:23:34: Also investieren Sie in echte Veränderung oder kaufen sich ein Stück weit mit Benefits frei als Wegenblatt und werden die Menschen eher als Kostenfaktor betrachtet oder eben einer auf der anderen Seite als Wertschöpfungsmotor?

00:23:50: Ja, dann bleibt er mir ja wirklich nur noch eines zu sagen entscheidet euch Weise.

00:23:54: Und Mest verdammt nochmal?

00:23:56: Sorry!

00:23:59: Ja liebe Zuhörerinnen und Zuhöhrer das war endlich Montag mit einer Folge mit vielen Zahlen Daten Fakten die einem ehrlich gesagt ein bisschen den Arten rauben kann finde ich denn?

00:24:14: siebenhundert Milliarden Euro versteckte Kosten Um sechzehn Prozent des BIP sind ja schon Zahlen, die kann man sich kaum vorstellen.

00:24:22: und dann vierundzwanzigtausend Euro pro Mitarbeiterin in einem durchschnittlichen Unternehmen.

00:24:27: Also das sind vielleicht die wichtigsten Zahlen von heute?

00:24:31: Ja aber gleichzeitig und du kennst mich ja ich sehe das Glas immer gerne halb voll Das ist kein Naturgesetz.

00:24:38: Das ist veränderbar mit guter Transparenz, mit Konsequenz gewisse Mut Und eben mit einem neuen Verständnis von dem, was wir gerade so ein bisschen als Human Performance bezeichnet haben.

00:24:50: Ja total und das ist genau die richtige Denke.

00:24:54: Weil es eben so viele Zahlen waren heute.

00:24:56: also wenn ihr mehr zu den Zahlen wissen wollt... Wir haben auch alle Quellen in den Shownauts verlinkt.

00:25:02: Bauer, Gallup, BITC, McKinsey Thema, das ganze Programm.

00:25:06: Wenn ihr wissen wollt wo eure eigenes Unternehmen steht, fangt an zum Essen!

00:25:10: Befragt eure Mitarbeitenden schaut unter die Wasserlinie und nicht nur auf die Spitze des Eisbergs, weil es wie wir wissen auch schlecht ausgehen kann.

00:25:21: In diesem Sinne wünsche ich euch eine produktive Woche und einen richtig guten Montag!

00:25:28: Bis zum nächsten Mal bei Endlich-Wontag.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.